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Geschrieben von aktien-strategie.de
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Donnerstag, 2. September 2010 |
In den letzten Tagen liefen einige Nachrichten über den Ticker, die für
die langfristige Entwicklung der Aktienmärkte von erheblicher Bedeutung
sein können. So haben sich die Versicherer zu Wort gemeldet und eine
Erhöhung ihrer Aktienquote angekündigt. Zuletzt waren die Versicherer in
ihrer Anlagepolitik extrem risikoscheu, was nach zwei großen Crashs
innerhalb von zehn Jahren verständlich ist. Dass die Zurückhaltung jetzt
aufgegeben werden soll, ist ebenfalls wenig verwunderlich.
Zinstief
Versicherungsunternehmen legen die Gelder ihrer Kunden in diversen
Anlageklassen an. Den Schwerpunkt haben die Konzerne dabei in den
vergangenen Jahren bei Anleihen gesetzt. Doch dieses Segment büßt
zunehmend an Attraktivität ein. Zum einen hat die Griechenland-Krise
gezeigt, dass Rentenpapiere keinesfalls so sicher sind, wie oft
behauptet. Dazu sind die Renditen auf Rekordtiefs gefallen: Die bislang
noch als sicher geltenden Bundesanleihen werfen bei 10-jähriger Laufzeit
nur noch rund 2,2 Prozent Zins ab. Damit können Lebensversicherungen
noch nicht einmal den Garantiezins von 2,25 Prozent erwirtschaften.
Unter diesen Bedingungen bleibt kaum etwas anderes übrig, als auf andere
Anlageklassen auszuweichen. Dieser Anlagenotstand soll jetzt den
Aktienmärkten zugute kommen. Bei der Hannover Rück will man vorsichtig
beginnen, in Dividendentitel zu investieren, und kann sich eine
Aktienquote von drei bis fünf Prozent vorstellen. Bislang haben die
Niedersachsen um Aktien einen Bogen gemacht. Auch bei der Münchener Rück
steigt der Risikoappetit: Der Finanzvorstand stellt eine „behutsame"
Anpassung der Aktienquote von zuletzt 2,5 Prozent in Aussicht. Die
Schwelle nach oben sieht er bei fünf Prozent. Nur bei der Allianz gibt
es keine Aktienpläne. Der Konzern war zuletzt bereits mit sieben Prozent
in diesem Segment investiert.
Milliardeninvestitionen
In früheren Zeiten hatten Versicherer oft den Ruf als Kontraindikator.
Waren sie stark in Aktien investiert, war das ein Hinweis für bald
fallende Kurse. Aktuell liegen die Quoten sehr niedrig - ein gutes
Zeichen. Die geplanten Käufe stellen zudem eine Stütze für die Börsen
dar, weil dabei Milliardenbeträge investiert werden. In Anbetracht der
günstigen Bewertung sind die langfristigen Aussichten für Aktien ohnehin
nicht übel.
In diesem Sinne
Wolfgang Braun
Wolfgang Braun ist Chefredakteur der „Aktien-Strategie" (früher Global
Performance). Der seit 1999 erscheinende Börsenbrief hat sich auf
deutsche Wachstums-Aktien spezialisiert. Dank einer ausgefeilten und
bewährten Anlagestrategie schlägt das Musterdepot die Vergleichsindizes
deutlich. So schaffte das Wachstumswerte-Depot seit seiner Auflegung im
März 1999 eine durchschnittliche jährliche Performance von rund 15
Prozent - obwohl in diesen Zeitraum der dramatische Niedergang des Neuen
Marktes sowie die Finanzkrise 2008 fällt. Weitere Informationen unter
www.aktien-strategie.de.
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