Gestern wurde das Fed-Sitzungsprotokoll veröffentlicht. Demnach geht die
Fed trotz der in letzter Zeit schwächer werdenden Konjunkturdaten davon aus,
dass die Wirtschaftserholung im nächsten Jahr wieder stärker anziehen wird. Auf
der anderen Seite bestätigt die Fed, dass sich die Wirtschaft und der
Arbeitsmarkt schwächer als erwartet entwickeln.
Interessant
ist auch, dass der Entschluss, fällig werdende Hypothekenpapiere in
US-Staatsanleihen zu reinvestieren, offensichtlich umstritten gewesen ist. In
dem Protokoll wird von den „meisten Mitgliedern" geredet. Das „Wall Street
Journal" will Informationen besitzen, dass sogar ein Drittel der 17 Mitglieder
Vorbehalte geäußert hätten.
Es geht
wohl auch innerhalb der Fed um die Frage, wie die aktuell deflationären
Tendenzen bekämpft werden sollen. Und damit geht es auch darum, inwieweit
solche Maßnahmen die US-Wirtschaft unterstützen.
Das
Protokoll der Fed-Sitzung hinterließ also ein uneinheitliches Bild. Somit
wussten die Anleger nicht so recht, wie sie diese Information umsetzen sollten,
was dazu führte, dass die US-Börsen unentschlossen reagierten. Es ist natürlich
in der aktuellen Situation unschön, dass sich jetzt auch schon innerhalb der
Fed Uneinigkeit zeigt. Denn das wird nicht gerade dazu führen, dass das Vertrauen
der Anleger zunimmt.
DAX bricht aus
Wenigstens
der DAX zeigte sich heute etwas positiver gestimmt. Nach einigen positiven
Nachrichten war es der ISM-Index, der den Börsen zu einer kleinen
Intraday-Rally verhalf:

Der Dax ist zunächst aus der sehr engen Handelsspanne, die bereits sechs
Handelstage anhielt, ausgebrochen. Anschließend ist er in den alten Trend
zurückgekehrt und hat dann auch noch dynamisch die 6.000er Marke zurückerobert.
Das ist
insoweit ein deutliches und bullishes Zeichen. Wie man sieht, bewegt sich der
DAX nun wieder in Richtung rotes Target. Ich sag ja, man darf diese
Alpha-Targets nicht unterschätzen. Doch muss es natürlich morgen oder in den
nächsten Tagen zu Anschlusskäufen kommen.
Im Fokus der Anleger
Der
US-Arbeitsmarktbericht, der am Freitag veröffentlicht wird, rückt nun zunehmend
in den Fokus der Anleger, und das könnte nach der ersten Euphorie die Kurse zum
Wochenende hin auch wieder belasten.
Die
Prognosen der Analysten gehen davon aus, dass 118.000 Stellen abgebaut werden,
also etwas weniger als im Vormonat, da waren es noch 131.000. Noch immer werden
diese Zahlen dabei von den auslaufenden Stellen im Zusammenhang mit der
Volkszählung in den USA verzerrt. So sollen im privaten Bereich über 40.000
Stellen geschaffen worden sein.
Allerdings
hat sich beim Bericht des privaten Arbeitsmarktdienstleisters ADP, der heute
veröffentlicht wurde, bereits eine kleine Enttäuschung ergeben. So wurde ein
Rückgang der Stellen im privaten Sektor von 10.000 gemeldet. Analysten hatten
jedoch mit einem Anstieg um 17.000 Stellen gerechnet. Normalerweise sollte das
zu schwächeren Kursen im Vorfeld der Veröffentlichung des Arbeitsmarktberichtes
am Freitag führen. Aber zunächst muss man abwarten, wie sich der ISM-Index
auswirkt:
ISM-Index überrascht positiv
Die
eigentliche Intradayrally startete, als der ISM-Index des verarbeitenden
Gewerbes veröffentlicht wurde. Dieser stieg unerwartet von zuvor 55,50 Punkten
auf nunmehr 56,30 Punkte. Analysten hatten mit einem deutlich niedrigeren Wert
von 52,70 Punkten gerechnet.
Damit
dürfte die Sorge der Anleger, dass die US-Wirtschaft in eine Rezession
abrutscht, einen erheblichen Dämpfer erhalten haben. Und es bestätigt auch das,
was ich in den letzten beiden Wochen hier geschrieben habe. Sollte sich diese
Entwicklung nicht als Eintagsfliege herausstellen, werden wir an den US-Börsen
bald einen Ausbruch nach oben sehen.
Viele
Grüße
Jochen Steffens
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