|
Seite 1 von 7 Trading Regeln, die für das tägliche Traden wichtig und sinnvoll sind. Halten Sie sich an diese Regeln und Sie werden bestehen an der Börse.
Diese 7 Trading Regeln wurden ausgearbeitet von Jochen Steffens Chefredaktuer von stockstreet.de.
Die folgenden Regeln sind hauptsächlich für kurzfristig orientierte Trader gedacht. Sie sind aber durchaus auch im mittelund langfristigen Geschäft anwendbar.
Tradingregel 1: Die Positionsgröße In den meisten Büchern wird die Größe der einzelnen Positionen nur im Zusammenhang mit einem vernünftigen Geldmanagement besprochen. Das ist prinzipiell auch korrekt und sicher auch sehr wichtig. Denn: Seien wir ehrlich! Die wenigsten Trader halten sich an irgendwelche Regeln zum Geldmanagement.
Doch was ist es, das dieses Geldmanagement so wichtig macht? Ich glaube, es ist weniger das Management an sich, sondern vielmehr das Gefühl, dass durch eine derartige Kontrolle entsteht: Gelassenheit. Es fehlt dabei aber noch ein wichtiger Aspekt!
Die individuelle GeldsummeNach meinen Beobachtungen, zum einen bei mir selbst, aber auch bei den Tradern, die ich angelernt oder gecoacht habe, gibt es eine Komponente, die wesentlich wichtiger als ein „simples" Geldmanagement ist: Welche Positionsgröße kann ein Trader handhaben? Welche Geld-Summen kann er traden, ohne nervös zu werden, wenn die Position nicht so läuft wie erwartet?
Es geht dabei sowohl um die Summe, die wirklich auf dem Spiel steht, also die Summe, die eigentlich vom Geldmanagement bestimmt sein sollte, als auch um die Summe, die tatsächlich eingesetzt wird. Ein disziplinierter und erfahrener Trader hat das Geldmanagement im Griff und „wächst" damit, auch wenn sich die konkreten Summen, die gesetzt werden, im Laufe der Zeit massiv erhöhen.
Aber weniger disziplinierte oder erfahrene Trader werden leicht nervös, wenn sie das Gefühl bekommen, ihnen wachsen die investierten Summen über den Kopf. Dem Einen wird plötzlich bewusst, dass er gerade 30.000 € gesetzt hat. Obwohl durch den Stopp tatsächlich eigentlich nur 500 € auf dem Spiel stehen, gerät er in große Sorge um sein Geld. Der Andere achtet nur auf die Summen, die er gewinnt oder verliert. Gerade im letzteren Fall geraten viele Trader schnell an Grenzen, an denen das Nervenflattern einsetzt. Sehr häufig sind zudem frühere schlechte Erfahrungen oder noch vorhandene generelle Ängste Ursachen für diese Nervosität.
Der Unterschied zwischen positivem Stress und Panik Diese aus Angst erwachsende Nervosität bedeutet Stress. Beim Traden brauchen Sie Stress. Aber den „normalen", positiven Stress. Dieser lässt Sie konzentriert, wach und wachsam sein. Das ist der Stress, den Sie anstreben sollten.
Aber der andere, negative Stress lässt Sie nicht wachsam, sondern ängstlich sein und kann unter bestimmten Voraussetzungen in Panik münden. Bei Panik reagieren Sie aber nicht mehr rational. Tradingpläne, Stopps, Geldmanagement und alle diese Dinge werden dann zu Makulatur. Ur-Instinkte bestimmen Ihr Handeln. Verhaltensmuster, die den Menschen früher geholfen haben, wirklich gefährlichen, lebensbedrohlichen Situationen zu entkommen.
Die abgeschaltete Vernunft Heutzutage kommen solche Situationen zum Glück nur noch selten vor. Aber die Muster aus Urzeiten funktionieren immer noch und werden vom Unterbewusstsein praktisch automatisch aktiviert. Der Gedanke „Flucht" beim Anblick eines Löwen durfte ja einem Urmenschen gar nicht erst in den Sinn kommen, da musste er schon weg sein.
Dann rennt er durch das dickste Gestrüpp und spürt keinen Schmerz, verschwendet keinen Gedanken an den, der vor ihm rennt und fällt. Der Mensch verfällt in eine Art Trance und kommt dadurch erst kilometerweit bzw. nach (sehr) langer Zeit wieder zu sich. In dieser Zeit ist die berechnende, analysierende und sachlich abwägende Vernunft abgeschaltet.
Sie können sich vorstellen, wie unpassend dieser Automatismus „Angst" beim Trading ist. Doch leider geraten viele Trader da häufiger hinein, als sie wahrhaben wollen. Diese Trancen sind der Grund für die Ausverkaufstage, an denen wirklich jeder seine Aktien oft entgegen jeder Vernunft zu Tiefstkursen verramscht. Oder für die verrückten Zeiten, in denen jeder kauft, als gäbe es kein Morgen mehr (Kaufpanik).
Finden Sie die geeignete PositionsgrößeAufwachen ist dann allerdings schmerzlich, wenn man erkennt, wie man sich wieder einmal hat mitreißen lassen und was das für das eigene Konto bedeutet.
Zwar ist den meisten wenigstens theoretisch dieses Problem bekannt. Einige werden es schon erlebt haben und – viel wichtiger! – auch vor sich selbst zugeben. Aber nur die wenigsten werden einige ihrer Tradingverluste damit in Zusammenhang bringen.
Nun gerät man nicht nur an solchen extremen Paniktagen in die Nähe der Trancen, die durch Angst/Nervosität eingeleitet werden. Das kann jedem Trader jederzeit passieren. Dann sind die Zustände vielleicht nicht so intensiv, aber der Effekt ist derselbe: Sobald der Stress ein bestimmtes Level überschreitet, besteht die Gefahr, dass die Vernunft zunehmend von urzeitlichem Verhalten verdrängt wird. Das muss vermieden werden.
Und hierbei wird von vielen Anlegern unterschätzt, wie schnell bestimmte Summen genau diese negativen Stress bewirken. Wie schnell man in „Trance" fällt und dann nicht mehr Herr seiner Sinne ist. Ich glaube, die meisten würden sich wundern, wie oft ihnen das bereits widerfahren ist, und somit schnell erkennen, warum sie zum Beispiel immer und immer wieder die gleiche Fehler machen oder immer und immer wieder Dinge tun, die sie im Nachhinein nicht mehr verstehen. Nämlich dann, wenn sie aus dieser „Stress-Trance" wieder aufwachen.
Es ist demnach wichtig zu erkennen, ob man, und wenn ja, wann man in solche „tranceartigen Zustände" eintritt. (Ich behaupte, jedem Menschen geschieht das ab einer bestimmten Summe). Deshalb ist es für Sie wichtig herauszufinden, ab welcher Summe Sie „unruhig" werden, nervös, ängstlich, etc. Also wann sich der positive Stress in negativen Stress wandelt. Das ist nicht so leicht, wie es sich anhört, aber mit etwas Ausprobieren kommt man schnell dahinter.
Vermeiden von LangeweileAuf der anderen Seite, sollten Sie aber ebenfalls vermeiden, zu kleine Positionen zu handeln. Wenn Trader zu entspannt mit Verlusten umgehen können, fehlt der „positive Stress". Nach dem Motto: „Es kommt ja nicht drauf an" weiten sich dann die Verluste zu stark aus.
Fazit
Wenn Sie eine Positionsgröße gefunden haben, die zu Ihnen passt und die Sie in einem bestimmten Markt, abhängig von der durchschnittlichen Haltedauer der Position im Zustand eines positiven Stresses handhaben können, haben Sie sich gegenüber vielen anderen Tradern einen enormen Vorteil im Day-Trading-Geschäft erarbeitet.
Mit dieser „Wohlfühlsumme" bleiben Sie immer bei wachem und klarem Verstand und können sich auf die wesentlichen Dinge konzentrieren. Erfolge werden Sie dann gelassener und selbstsicherer machen. Die Überzeugung in Ihre eigene Stärke erlaubt Ihnen dann auch den schrittweisen Ausbau der Positionsgröße, wobei man hier sehr vorsichtig vorgehen muss.
|